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Eloxieren lassen: Was kostet es je Teil und je m²?

Ein Kleinteil kostet in der Natur-Eloxierung rund 3 Euro, Profile werden nach Quadratmetern abgerechnet. Was den Preis treibt, welche Farben es gibt und welche Schichtdicke wofür reicht.

Von Redaktion 9 Min. Lesezeit

Drei farbige Karabinerhaken aus Aluminium in Orange, Grün und Blau mit silbernen Schnappern auf dunklem Untergrund
Foto: Hans / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Eloxieren lassen kostet nach veröffentlichten Preislisten von Lohnbetrieben etwa 17 bis 30 Euro je Quadratmeter in Natur (Silber) und rund 36 bis 60 Euro je Quadratmeter in Gold- oder Bronzetönen. Kleinteile werden meist pro Stück abgerechnet, in der Natur-Eloxierung um 3 Euro je Teil, und für kleine Aufträge gelten Mindestbeträge zwischen etwa 80 und 175 Euro.

Der Mindestbetrag ist bei Einzelteilen der eigentliche Preis. Wer ein Fahrradteil oder fünf Frästeile eloxieren lässt, zahlt fast immer die Mindermengenpauschale, egal wie klein die Fläche ist. Bei Serien und Profilen zählt dagegen die Fläche, und dort machen Farbe, Vorbehandlung und Zuschläge den Unterschied.

Hinweis zur Sicherheit: Eloxalbäder arbeiten mit Schwefelsäure, Beizen mit Natronlauge, die Verdichtung teils mit Nickelsalzen. Selbst eloxieren mit Hobby-Sets ist möglich, verlangt aber Schutzbrille, Handschuhe, gute Lüftung und eine fachgerechte Entsorgung der Bäder über die kommunale Schadstoffsammlung, nicht über den Abfluss.

Was beim Eloxieren passiert

Eloxieren (anodische Oxidation, kurz Eloxal) ist keine Beschichtung im üblichen Sinn. Das Aluminiumteil hängt als Pluspol (Anode) in einem Säurebad, meist Schwefelsäure, und unter Gleichstrom wandelt sich die oberste Metallschicht in Aluminiumoxid um. Die Schicht wächst also aus dem Werkstoff heraus und kann nicht abblättern wie ein Lack.

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Frisch anodisiert ist die Oxidschicht porös. In diese Poren lassen sich Farbstoffe oder Metallsalze einlagern, danach werden sie verdichtet, meist in heißem Wasser oder Dampf, teils kalt mit nickelfluoridhaltigen Lösungen. Die Qualanod-Spezifikationen, das Regelwerk des europäischen Gütezeichens für Schwefelsäure-Anodisieren, empfehlen eine Verdichtungszeit von mindestens 2 Minuten je Mikrometer Schichtdicke. Bei 20 µm sind das 40 Minuten im Bad, ein Grund, warum dicke Schichten mehr kosten.

Ablauf beim Lohneloxierer

Ein Eloxalauftrag läuft in den meisten Betrieben in dieser Reihenfolge:

  1. Anfrage mit Zeichnung oder Muster, Legierung, Stückzahl, gewünschter Farbe und Schichtdicke.
  2. Kontaktierung: Jedes Teil wird an Gestellen festgeklemmt. An den Klemmstellen bleibt ein kleiner Fleck ohne Eloxal, deshalb sollten sie an nicht sichtbaren Stellen liegen.
  3. Vorbehandlung: Entfetten, Beizen, bei Bedarf Schleifen, Bürsten oder Polieren. Davon hängt das spätere Aussehen stark ab.
  4. Anodisieren im Schwefelsäurebad. Qualanod nennt Badtemperaturen bis 20 bzw. 21 °C und Stromdichten von 1,2 bis 3,0 A/dm², je nach Schichtdickenklasse.
  5. Färben (optional), danach Verdichten.
  6. Prüfung der Schichtdicke, üblich per Wirbelstromgerät nach ISO 2360, auf Wunsch mit Messprotokoll.

Lieferzeiten hängen an der Badbelegung. Ein Aluminiumhändler, der Zuschnitte extern eloxieren lässt, nennt 10 bis 14 Arbeitstage zusätzliche Lieferzeit.

Was Eloxieren kostet: Preise aus Preislisten

Die meisten Betriebe veröffentlichen keine Preise. Drei Listen sind öffentlich und zeigen die Spannweite gut. Alle Werte sind Nettopreise ohne Mehrwertsteuer.

LeistungPreisQuelle, Stand
Natur (E6/EV1), Profile17,00 €/m², mind. 102 €Aluminiumhändler, 10/2026
Natur technisch (E0/C0)24,63 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Natur spezialgebeizt (E6/C0)29,81 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Gold (E6/C2 bis C4)41,39 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Bronze bis Schwarz (E6/C31 bis C35)60,23 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Schleifen oder Bürsten (E1/E2)+36,96 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Kleinteil natur, bis 200 × 200 × 200 mm2,98 €/StückAGRU (AT), Liste 02/2024
Kleinteil Bronze/Schwarz6,03 €/StückAGRU (AT), Liste 02/2024
Enteloxieren (Schicht entfernen)15,12 €/m²AGRU (AT), Liste 02/2024
Mindermenge Natur- und Farbeloxal95 €/AuftragEloxal Technik Zwickau, seit 03/2022
Mindermenge Harteloxal natur150 €/AuftragEloxal Technik Zwickau, seit 03/2022
Mindermenge Harteloxal schwarz175 €/AuftragEloxal Technik Zwickau, seit 03/2022
Oberflächenprotokoll25 €/StückEloxal Technik Zwickau, seit 03/2022

Die AGRU-Liste stammt von einem österreichischen Betrieb und ist eine Bruttoliste vor Rabatten, sie kommt mit einem Mindestrechnungsbetrag von 80,78 Euro je Auftrag und einem separaten Energiepreiszuschlag. Als Orientierung für das Verhältnis der Ausführungen taugt sie trotzdem: Bronze und Schwarz kosten rund das Doppelte von Natur, Gold etwa 40 Prozent mehr. Der Aufpreis deckt den zusätzlichen Färbeschritt. Hinzu kommt bei AGRU eine LKW-Mautgebühr von 1 Prozent.

Zuschläge, die oft übersehen werden

  • Kurze Profile: AGRU berechnet bis 2 m Länge +50 Prozent, bei mittleren Längen bis knapp 5 m +20 Prozent.
  • Allseits mechanisch bearbeitete Teile: +30 Prozent Handlingaufschlag.
  • Gekantete Bleche: +20 Prozent.
  • Sonderkontaktierung, etwa Draht, Gewindebolzen oder Innenkontakt mit Keil bei Fixlängen: 1,13 bis 2,64 Euro je Kontaktstelle.
  • Schichtdicken über dem Standard von 15 µm werden gesondert berechnet.

Rechenbeispiel: Profile und Kleinteile

Abgerechnet wird bei Profilen die Abwicklung, also die Außenfläche. AGRU rechnet sie vereinfacht als (größte Höhe + größte Breite) × 2. Ein Vierkantprofil 40 × 40 mm hat damit 0,16 m² Fläche je laufendem Meter.

PostenNatur E6/C0Bronze E6/C33
20 Profile à 3 m = 60 m60 m60 m
Fläche 60 m × 0,16 m²/m9,6 m²9,6 m²
Grundpreis9,6 × 29,81 = 286,18 €9,6 × 60,23 = 578,21 €
Kurzlängenzuschlag +20 %57,24 €115,64 €
Summe netto343,42 €693,85 €
Je Profil17,17 €34,69 €

Hinzu kommen Mehrwertsteuer, Energiepreiszuschlag und Fracht. Für 40 gefräste Gehäuseteile, jedes kleiner als 200 mm Kantenlänge, ergibt der Kleinteiltarif in Natur 40 × 2,98 € = 119,15 €. Gilt der Aufschlag für allseits bearbeitete Teile, sind es 154,90 €. Bei zehn Teilen läge der Stückpreis bei 29,80 Euro, also unter dem Mindestbetrag, und es würde die Pauschale fällig.

Daraus folgt eine einfache Regel für Betriebe: Teile mehrerer Aufträge in einer Farbe bündeln. Bei AGRU gilt ein Farbton als ein Auftrag, wer drei Farben bestellt, zahlt dreimal den Mindestbetrag.

Eloxalfarben: Codes und was sie bedeuten

Beim Eloxieren laufen zwei Kennzeichnungen nebeneinander. Der E-Code beschreibt die Vorbehandlung, der C- oder EV-Code die Farbe. Fensterbauer wie heroal führen ihre Eloxaloberflächen zum Beispiel als E6/EV1, E6/C33, E6/C34 und E6/C35.

CodeBedeutung
E0ohne mechanische Vorbehandlung, technisch
E1 / E2 / E3geschliffen / gebürstet / poliert
E4 / E5geschliffen und gebürstet / geschliffen und poliert
E6chemisch vorbehandelt (gebeizt), matt, häufigste Sichtqualität
C0 bzw. EV1Natur, silberfarben
C2 bis C4Goldtöne
C31 bis C35Bronzestufen von hell bis schwarz

Bunte Farben wie Rot, Blau oder Grün entstehen mit organischen Farbstoffen, die in die Poren eingelagert werden. Nicht jeder Farbstoff eignet sich für außen, das sollte der Betrieb vorab bestätigen. Qualanod weist darauf hin, dass manche Farbstoffe eine Schichtdicke von mindestens Klasse AA 20 brauchen, damit Farbaufnahme und Lichtbeständigkeit stimmen.

Ein exakter Farbton lässt sich beim Eloxieren nicht garantieren wie bei einer RAL-Pulverbeschichtung. Legierung, Charge und Vorbehandlung verschieben ihn. Qualanod empfiehlt deshalb Grenzmuster, die den hellsten und dunkelsten zulässigen Ton zeigen und von beiden Seiten abgezeichnet werden. Ausbesserungsstifte und -sprays weichen laut AGRU immer etwas vom Originalton ab.

Welche Schichtdicke wofür

Die Schichtdicke wird bei Architektur- und Sichtteilen als Klasse angegeben. Die Zahl hinter „AA“ ist der Mindestwert der mittleren Schichtdicke in Mikrometern.

KlasseMittlere Dicke mind.Örtliche Dicke mind.Typischer Einsatz
AA 1010 µm8 µmInnenteile, Dekor
AA 1515 µm12 µmStandard vieler Preislisten
AA 2020 µm16 µmaußen, viele Farbstoffe
AA 2525 µm20 µmaußen bei aggressiver Umgebung
Harteloxalmeist 15 bis 150 µmnach VereinbarungVerschleiß, Isolation

Klassen und Mindestwerte stammen aus den Qualanod-Spezifikationen (deutsche Fassung, Ausgabe 01.01.2020; die aktuelle englische Ausgabe gilt seit 01.07.2026). Für Außenanwendungen hängt die Wahl von der Umgebung ab, an Küste und Straße eher AA 25. Dicker ist nicht automatisch besser: Qualanod rät wegen des Energieaufwands ausdrücklich vom „Über-Anodisieren“ ab.

Harteloxal folgt eigenen Regeln. Die Schichten liegen nach Qualanod allgemein zwischen 15 und 150 µm, Gewinde und Vielkeilverzahnungen vertragen bis etwa 25 µm. Ohne andere Vereinbarung muss die Mikrohärte bis 50 µm Schichtdicke mindestens 400 HV 0,05 erreichen, darüber mindestens 350. Für elektrische Isolation reichen meist 15 bis 80 µm.

Maßzuwachs bei Passungen

Die Oxidschicht wächst etwa zur Hälfte nach außen und zur Hälfte ins Material. Nach Qualanod nehmen die Abmessungen um rund 50 Prozent der Schichtdicke je Fläche zu. Bei 15 µm Natureloxal wird eine Welle im Durchmesser also etwa 15 µm dicker, bei 50 µm Harteloxal schon 50 µm. Eine Bohrung schrumpft entsprechend. Konstrukteure sollten das in der Toleranz vorhalten oder Passflächen abdecken lassen.

Kanten brauchen einen Radius von mindestens dem Zehnfachen der Schichtdicke, sonst brennt die Schicht dort an. Bei 25 µm sind das 0,25 mm. Schweißen, Biegen oder Wärmebehandeln nach dem Eloxieren beschädigt die Schicht und gehört davor.

Welches Aluminium sich eignet

Nicht jede Legierung eloxiert gleich gut. Die Qualanod-Spezifikationen bewerten die Knetlegierungen 6060 und 6063 sowie 5005 als hervorragend für Korrosionsschutz und Abriebfestigkeit. Kupferhaltige Legierungen wie 2017A oder 2024 kommen nur auf „mittelmäßig“ beim Korrosionsschutz.

Die Legierungselemente zeigen sich im Ergebnis. Mehr als 5 Prozent Silizium färbt die Schicht dunkelgrau bis schwarz, mehr als 2 Prozent Kupfer verfärbt sie. Guss mit hohem Siliziumanteil wird deshalb dunkelgrau und lässt sich kaum hell eloxieren, Gusslegierungen brauchen nach Qualanod beim Harteloxieren ohnehin spezielle Verfahren. Für gleichmäßige Sichtflächen gibt es Halbzeug in „Eloxalqualität“, eine Norm dafür existiert laut Qualanod aber nicht. Der Begriff beschreibt Fertigungsvorgaben der Hersteller.

Eloxieren oder Pulverbeschichten?

KriteriumEloxierenPulverbeschichten
Schichtaus dem Metall gewachsen, dekorativ meist 10 bis 25 µmaufgetragen, deutlich dicker
Optikmetallisch, Struktur sichtbardeckend, jeder RAL-Ton
FarbtreueSchwankungen je Chargereproduzierbar
Maßänderungetwa halbe Schichtdicke je Flächespürbar dicker
Abplatzennicht möglichbei Schlag möglich
Materialnur Aluminiumalle leitfähigen Metalle

Der Aluminiumhändler aus der Preistabelle eloxiert selbst nur in Natur und verweist für Farben auf Pulverbeschichtung in RAL. Profilsysteme für Fenster bieten oft beides, heroal etwa eine Pulverbeschichtung, die die Eloxaloptik nachahmt und dabei farbgleich reproduzierbar ist. Für Passteile, Gewinde und Funktionsflächen bleibt Eloxal die bessere Wahl, weil es kaum aufträgt.

Checkliste für die Anfrage beim Eloxierbetrieb

Die Qualanod-Spezifikationen listen auf, was der Kunde dem Betrieb mitteilen muss. In Praxisform:

  • Einsatz: innen, außen, Küste, Verschleiß, Isolation.
  • Legierung und Zustand, etwa EN AW-6060 T66; bei Guss die genaue Bezeichnung.
  • Sichtflächen in der Zeichnung markieren.
  • Schichtdickenklasse (AA 15, AA 20) oder bei Harteloxal die Nennschichtdicke.
  • Erlaubte Kontaktstellen und abzudeckende Passflächen und Gewinde.
  • Vorbehandlung als E-Code, bei Sichtteilen mit Referenzmuster.
  • Farbton als C- oder EV-Code mit Grenzmustern.
  • Verdichtungsart, falls vorgegeben, und ob ein Messprotokoll gebraucht wird.
  • Bei Profilen: sollen die Schnittkanten eloxiert sein? Beim Zuschnitt nach dem Eloxieren bleiben sie blank.

In Spezialanwendungen taucht gelegentlich Chromsäure-Anodisieren auf. Chromtrioxid darf in der EU nach REACH seit dem 21. September 2017 nur noch mit Zulassung verwendet werden, darauf weist der Zentralverband Oberflächentechnik hin. Für übliche Sicht- und Technikteile spielt das keine Rolle, sie werden in Schwefelsäure anodisiert.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob Aluminium eloxiert ist?

Die Eloxalschicht leitet keinen Strom. Ein Durchgangsprüfer zeigt auf eloxierter Fläche keinen Kontakt, an blanken Klemmstellen oder Schnittkanten schon.

Kann man eloxiertes Aluminium nachträglich ändern?

Ja, aber nur über Enteloxieren. Die Schicht wird chemisch abgebeizt (bei AGRU 15,12 €/m²), danach wird neu eloxiert. Das Bauteil verliert dabei etwas Material.

Welche Nachteile hat Eloxieren?

Farbtöne schwanken je nach Legierung und Charge, Klemmstellen bleiben blank, und Kleinaufträge sind wegen der Mindestbeträge teuer. Bei Passteilen muss der Maßzuwachs eingeplant werden.

Was passiert mit dem Abwasser?

Anodisierbetriebe fallen unter Anhang 40 der Abwasserverordnung. Für sie gelten bei Direkteinleitung in ein Gewässer unter anderem 3 mg/l Aluminium, 100 mg/l CSB und 50 mg/l gelöstes Fluorid als Grenzwerte. Spülwasser muss mehrfach genutzt und Badinhalt zurückgehalten werden.

Fazit

Bei Einzelteilen bestimmt der Mindestbetrag von etwa 80 bis 175 Euro den Preis, nicht die Fläche. Wer regelmäßig eloxieren lässt, bündelt Teile nach Farbe und liefert Profile möglichst in Längen über 2 Meter an. Für Sichtteile außen sind E6 mit AA 20 oder AA 25 und ein Metallsalz-Farbton wie C33 bis C35 die robuste Wahl. Bei Passungen sollte der Maßzuwachs in die Zeichnung, bevor das erste Teil ins Bad geht.

Quellen

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